In der Perimenopause schwanken die Hormone. Hitzewallungen kommen, der Zyklus verändert sich, nachts schläfst du schlecht. Viele Frauen* kennen diese Symptome. Doch was selten diskutiert wird: Die Perimenopause ist weit mehr als ein individuelles Gesundheitsproblem. Es ist ein gesellschaftliches Versäumnis.
Das Tabu am Arbeitsplatz: 9,4 Milliarden Euro Verlust
85 Prozent der Frauen* haben Wechseljahresbeschwerden. Ein Drittel davon ist bei der Arbeit beeinträchtigt. Viele reduzieren Arbeitszeit oder kündigen. Und doch ist die Menopause im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) ein Tabu.
Die Folgen sind gravierend. Für die betroffenen Frauen*. Und für die Wirtschaft. Deutschland verliert jährlich 9,4 Milliarden Euro durch den Fachkräfteverlust. Wir verlieren erfahrenes Wissen, Führungskompetenz, Expertise – weil Unternehmen nicht hinschauen.
Wer besonders betroffen ist: Doppelte Benachteiligung
Die gesellschaftliche Benachteiligung trifft nicht alle Frauen* gleich. Frauen* mit Migrationsgeschichte, im ländlichen Raum oder mit geringem Einkommen haben stärkere Symptome und schlechteren Zugang zu Versorgung. Sie werden doppelt benachteiligt: durch die hormonelle Umstellung und durch strukturelle Barrieren.
Während privilegierte Frauen* sich private Coachings (auch meine), Hormontherapien oder Yoga-Studios erschaffen können, bleiben andere ohne Unterstützung. Die „Selbstoptimierung"-Lösung existiert nur für diejenigen, die sie kaufen können.
Patriarchale Bilder: Frauen auf Fortpflanzung reduziert
Die Gesellschaft reduziert Frauen* seit Jahrhunderten auf ihre Fortpflanzungsfähigkeit. Mit diesen lange eingeübten soziale Normen, fühlen viele Frauen* sich nach der letzten Blutung plötzlich nicht mehr „weiblich".
Warum? Weil unser Bild von Weiblichkeit nicht mit dem Ende der Fortpflanzungsmöglichkeit aktualisiert wurde.
Das ist kein individuelles Problem der „Überempfindlichkeit". Es ist ein strukturelles Wahrnehmungsproblem. Frauen* in der Perimenopause werden als weniger wertvoll wahrgenommen – am Arbeitsplatz, in Beziehungen, in der Kultur.
Was braucht es wirklich?
In Unternehmen
- BGM-Programme mit Menopause-Schwerpunkt
- Schulungen für Führungskräfte über Wechseljahresbeschwerden
- Flexible Arbeitsmodelle für Frauen* in der Perimenopause
- Gesprächskulturen, die Tabus aufbrechenIn Unternehmen
In der PolitiK
- Finanzierung von Versorgungsstrukturen für benachteiligte Frauen*
- Arbeitsschutzmaßnahmen für Frauen* mit Wechseljahresbeschwerden
- Aufklärungskampagnen über Perimenopause als normale Lebensphase
In der Gesellschaft
- Feministische Perspektiven auf Frauen*gesundeit einnehmen
- Solidarität statt Individualisierung
- Gemeinsames Benennen statt isolierter „Self-Help"-Lösungen
Vom Privatproblem zum gemeinsamen Raum
PeriBalance – mein Kurs in Berlin – war bisher 10 Termine zu Krafttraining, Schlaf, Ernährung.
Das entwickle ich jetzt weiter.
Nicht mehr nur „Symptome lindern". Stattdessen unbeding auch: Echter Austausch über gesellschaftliche Dimensionen.
Neue Elemente:
- Termine 7-9: Gesellschaftsteil – Arbeitsplatz-Diskriminierung, BGM-Tabu, Wirtschaftsverlust gemeinsam benennen
- Gesprächsrunden zu patriarchalen Bildern, nicht nur zu Hitzewallungen
- Solidaritätsnetzwerke statt isolierter Selbstoptimierung
- Feministische Perspektive: Dekonstruieren, nicht anpassen
Die Frage ist nicht „Wie optimiere ich mich?"
Die Frage ist: Wie schaffen wir Gesellschaft, die Frauen* in der Lebensmitte wirklich trägt?
Perimenopause ist kein Privatproblem. Es ist ein Versäumnis, das wir gemeinsam lösen müssen. Nicht durch mehr Yoga-Studios. Nicht durch mehr Hormon-Coachings. Nicht durch mehr „Selbstoptimierung".
Durch Politik. Durch Unternehmen. Durch solidarische Netzwerke. Durch feministische Perspektiven. Durch gemeinsames Hinschauen.
Denn wenn wir Fachkräfte verlieren, wenn wir Frauen* diskriminieren, wenn wir Tabu halten – dann verlieren wir alle.
Du bist in der Perimenopause?
Du hast Erfahrung mit Arbeitsplatz-Diskriminierung? Du möchtest gesellschaftlichen Wandel sehen?
Schreib mir. Wir bauen gemeinsam einen Raum, wo Frauen* nicht nur Symptome lindern, sondern Leben in der Lebensmitte entwickeln.
PeriBalance entwickelt sich weiter: Vom Trainingskurs zum Austauschraum. Vom Privatproblem zur gemeinsamen Verantwortung.
Wichtige Fakten im Überblick
Betroffenenquote: 85% der Frauen* (Quelle)
Arbeitsbeeinträchtigung: 1/3 der Frauen* (Quelle)
Wirtschaftsverlust: 9,4, Mrd. Euro jährlich (Quelle)
BGM-Tabu: Menopause ignoriert (Quelle)
Doppelbetroffene: Migrationsgeschichte, ländlicher Raum, geringes Einkommen (Quelle)
Häufige fragen (FAQ)
Die Perimenopause ist die Lebensphase vor der Menopause, in der die Hormone schwanken und Symptome wie Hitzewallungen, Zyklusveränderungen und Schlafprobleme auftreten.
85% der Frauen* haben Beschwerden, 1/3 ist am Arbeitsplatz beeinträchtigt. 9,4 Milliarden Euro Jahresverlust durch Fachkräfteabgang. Menopause ist im BGM tabuisiert.
BGM-Programme mit Menopause-Schwerpunkt, Schulungen für Führungskräfte, flexible Arbeitsmodelle, Gesprächskulturen ohne Tabus.
Frauen* mit Migrationsgeschichte, im ländlichen Raum oder mit geringem Einkommen haben stärkere Symptome und schlechteren Zugang zu Versorgung.
